Jubiläumsball

„Tradition ist die Weitergabe des Feuers, nicht die Anbetung der Asche."

 

Mit diesem schönen Zitat Gustav Mahlers eröffnete der Vorsitzende der Bezirksgruppe Baden-Württemberg, René v. Samson-Himmelstjerna, seine Begrüßungsrede auf dem Jubiläumsball zum 50jährigen Bestehen der Bezirksgruppe. Dass den Baltischen Ritterschaften in Baden-Württemberg ein feuriger, lebendiger Geist innewohnt, bewiesen 143 Gäste, die den Kleinen Kursaal in Stuttgart - Bad Cannstatt mit Fröhlichkeit und Tanzwut zum Glühen brachten. Der helle, freundliche Saal, den die Organisatoren für diesen besonderen Anlass ausgewählt hatten, war mit zarten, weiß-gelben Blüten und Bändern frühlingshaft geschmückt und entsprach ganz den ersten frischen Neuanfängen vor 50 Jahren, an die Herr v. Samson in seiner Rede erinnerte.

Es waren Persönlichkeiten wie Peter v. Grandidier, Bruno v. Weymarn und Eric v. Sivers, die 1955 aus der vorhandenen Glut ein neues Feuer in Baden-Württemberg entfachten. Die Flamme wuchs und wurde weitergegeben von Baron Curt v. Stackelberg über Claus v. Nottbeck, Sergej v. Cube Baron Hans-Ulrich v. Buchholtz bis zum heutigen Bezirksgruppenvorstand. Der Präsident des Verbandes, Ulf v. Samson-Himmelstjerna, griff die Thematik in seiner Rede auf, indem er die Zeitspanne der baltischen Tradition unterstrich und die 5 Dekaden der Bezirksgruppe ins Verhältnis zu insgesamt über 12 x 50 Jahren Bestehen der Estländischen Ritterschaft setzte. Gleichzeitig übermittelte der Präsident einen Gruß der Bezirksgruppe Nordrhein-Westfalen, die dieses Jahr ebenfalls ihr 50jähriges Bestehen feiert.

Selbst die Damenrede Georg v. Freymanns befasste sich mit tradierten Formen und der Frage, wie man diesen gerecht werden könne - stelle doch der Begriff Damenrede schon einen Widerspruch in sich dar, denn die Brockhaus-Definition von „Rede" schließe u.a. die Sachkenntnis des Vortragenden ein, und welcher Verfasser einer Damenrede könne sich diese in Bezug auf die holde Weiblichkeit schon anmaßen. Manche Traditionen leben wohl gerade von der Herausforderung, die sie bieten.

Hans-Adolf v. Hehn sprach ein Grußwort im Namen der Bezirksgruppe Bayern, die ursprünglich gemeinsam mit den Regionen Württemberg und Baden eine Bezirksgruppe dargestellt hatte, bevor diese sich, quasi durch „Zellteilung" selbständig machten. Er würdigte noch einmal die Gründer und ehemaligen Vorstandsmitglieder, vor allem die in dieser Bezirksgruppe besonders aktiven Damen. Die Weitergabe des Feuers machte sich wie üblich bei Tourenwalzer und Vengerka, Troika und Française auf dem stets gut gefüllten Tanzboden bemerkbar, und auch die Tradition von Wodka mit Piroggen wurde tapfer aufrechterhalten. Von baltischer Wärme und Baden-Württembergischer Lebhaftigkeit geprägt, war dieser Ball ein köstlicher Vorgeschmack auf den Verbandsball, den die Bezirksgruppe im Jahre 2008 ausrichten darf.

 

Nadja v. Samson-Himmelstjerna