Die Medici 2013

Menschen, Macht und Leidenschaft

Die Teilnehmer
Die Teilnehmer

Am 22.6.2013 trafen sich 22 Mitglieder der Bezirksgruppen Baden-Württemberg und Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland in den Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim, um gemeinsam in die Geschichte der Familie Medici einzutauchen. Während die Kinder eine eigens für sie konzipierte Führung genießen durften, die den Schwerpunkt eher auf die sportliche Betätigung und das kämpferische Geschick der Medici legte, wurden die Erwachsenen der Historie folgend mit den einzelnen Mitgliedern der Dynastie vertraut gemacht.

 

Vor Jahren schon hatte die Lektüre der netten kurzen Erzählung „Hochzeit in Florenz“ von Alberta Rommel, in der eine Römerin den Florentiner Lorenzo di Medici, genannt der Prächtige, ehelicht, klare Porträts einiger Medici vor dem geistigen Auge des Verfassers erschaffen.

 

Die verblüffende Ähnlichkeit des in der Erzählung beschriebenen Lorenzo di Medici mit dem in der Ausstellung gezeigten Porträt legte nahe, dass wohl auch die Verfasserin selbiges Gemälde in den Uffizien gesehen haben musste. Unverkennbar ist die prominente Nase – eine auffallende Äußerlichkeit, die ausnahmsweise keine Folge der Medici-Krankheit ist. Nicht Gicht, wie oft angenommen, sondern eine Mischung Wirbelsäulen-Verwachsungen, Schuppenflechte und Arthritis entstellte oftmals die Medici. So sehr sich die porträtierenden Künstler auch bemühten, die Familienmitglieder in einem positiven Licht erscheinen zu lassen, das geschulte Auge unserer Führerin konnte dennoch die Details des Krankheitsverlaufs zielsicher auf den Bildern erkennen und dadurch auf den ersten Blick befremdlich anmutende Proportionen und Körperhaltungen erklären.

 

Dieser Blick auf die Personen und nicht nur auf die allseits bekannte Bedeutung der Familie durch Bankgeschäfte, kluge Politik und Kulturförderung, war eine Besonderheit der Ausstellung. So lernten wir über Missgunst und Brudermord, aber auch über die Aufgabe einer Karriere in der Politik zugunsten der Beschäftigung mit der Alchemie. Dass die Medici sogar die Reformation beförderten, indem sie unter ihrem Papst Leo X. den Ablasshandel einführten, war ein weiteres interessantes Detail.

 

Den Abschluss der Ausstellung bildete ein Porträt der Kurfürstin Anna Maria Luisa von der Pfalz, die als letzte Mitglied der Familie Medici in das Geschlecht der Wittelsbacher einheiratete und die auch die Präsentation der Ausstellungsstücke eröffnete: In einer Videoinstallation wurde die Öffnung ihres Sarkophags gezeigt, die den Kurhut ihres Mannes als Grabbeigabe und Zeichen seiner besonderen Verbundenheit mit ihr zu Tage förderte.

 

Dunkle Wolken türmten sich bei Verlassen des Museums am Himmel, jedoch waren es keine Vorboten eines drohenden Gewitters, sondern Rauchwolken eines Großbrandes in Ludwigshafen.

So konnten wir den sehr gelungenen Nachmittag wie geplant mit einem Kaffeetrinken in Haus und Garten der Familie Lingen in Dossenheim abschließen, die den Ausstellungsbesuch auch organisiert hatten.

 

Georg v. Freymann