Salierausstellung 2011

Am 26. Juni 2011 war es wieder so weit: die baden-württembergische Bezirksgruppe, verstärkt durch zahlreiche Gäste aus der Nachbarbezirksgruppe, machte sich auf zum Familienausflug nach Speyer, um die Ausstellung "Die Salier - Macht im Wandel" zu besuchen. Zwar kennen die Balten sich aus mit Macht im Wandel, aber man kann ja mal über den Tellerrand bzw. Ostseestrand hinaus schauen…

Nach dem Erfolg der Wikingerausstellung vor zwei Jahren gab es auch diesmal regen Zuspruch: Für die 38 Erwachsenen wurde eine sehr anregende Führung durch die aufwendig gestaltete Ausstellung geboten, die das 950jährige Domjubiläum zum Anlass hatte und um die Person des Salierkönigs Heinrich V. aufgebaut war. Damals ging es in dieser Epoche um die Frage, wie das Verhältnis der Macht zwischen Kaiser und Papst neu definiert werden könnte, und wie dem Autonomiestreben der sich rasch bildenden Städte und ihrer Bewohner, unterteilt in Zünfte und Gilden, von oben entgegen getreten werden könne. Bekanntlich ist das nicht gelungen – über den Umweg des Handels erkämpften sich die Bürger einen Status als dritter Stand im Reich.

 

Währenddessen genossen die 21 Kinder im Alter zwischen 5 und 12 Jahren ein Bildungserlebnis der besonderen Art: zunächst war für sie ein kurzer Gang durch die Kinderausstellung "Burg Drachenfels - Reise ins Mittelalter“ gebucht, danach durften sie in einem workshop mittelalterliches Spielzeug aus Ton selbst herstellen. Eben wie echte Ritterkinder! Und was gab es nicht alles zu entdecken! Endlich ist das Rätsel gelöst, warum die Ritter in ihren Stoffschuhen nie nasse Füße bekamen (sie trugen bei schlechtem Wetter Überschuhe aus Holz), wie ein Ritter in voller Rüstung auf sein Pferd steigen konnte (er ließ das Pferd an eine Art Podest heranführen, auf dem er stand), und wann man damit beginnen kann, eine echte Ritterausbildung als Schildknappe zu machen (mit 14, davor musste man als Page am Hof des Ritters dienen, bei dem man lernen sollte).

 

Hochzufrieden mit ihren Kunstwerken zogen die jungen Balten schließlich von dannen, und ließen sich zusammen mit ihren Eltern und Großeltern bei strahlendem Sommerwetter (was dieses Jahr wahrlich nicht leicht zu beschaffen gewesen war, ein dank den Organisatoren!) auf der Rheinterrasse im Biergarten „Alter Hammer“ Kaffee und Kuchen schmecken. Zwar waren wir diesmal zu viele, um einen einzigen großen Tisch zu bilden, aber auch an den drei kleineren Tischen gab es viel Gelegenheit, in Ruhe zu plaudern und einen gelungenen Tag ausklingen zu lassen.

 

René Samson-Himmelstjerna / Kerstin Lingen