Wikingerausstellung in Speyer

Interessierte baden-württembergischen Balten machten sich am 20. Juni auf den Weg nach Speyer, um dort die große Wikingerausstellung zu besuchen. Der Andrang war groß - 32 Teilnehmer aus Baden-Württemberg und 10 aus der benachbarten Bezirksgruppe Rheinland-Pfalz / Hessen -, und auch die Erwartung war groß. Frau Dr. Kerstin v. Lingen hatte alles wunderbar organisiert: Im Museum erwarteten uns zwei separate Führungen: eine für die Erwachsenen, eine für die 14 Kinder. So konnten auch die Eltern kleinerer Kinder sich in Ruhe die Exponate, von denen einige spektakulär waren, anschauen und den Ausführungen der Kunsthistorikerin, die uns durch die Ausstellung begleitete, folgen.

Die Kinder bekamen derweil Wikingergeschichte als haptisches Erlebnis dargeboten: Sie durften, nachdem sie wie Wikingerkinder eingekleidet worden waren, ein fast ganz echtes Wikingerschiff steuern (auch in der Erwachsenenausstellung war der Nachbau eines Wikingerschiffs zu sehen, aber: Anfassen natürlich streng verboten!); sie rochen an Nahrungsmitteln, wie die Wikinger sie gegessen haben mochten; und als Höhepunkt wurden Tonkugeln geformt, in die die Buchstaben des eigenen Namens in Runen, der sogenannten Futhark-Schrift, eingeritzt wurden. Diese Kugeln wurden dann zu einer Kette zusammengefügt und stolz nach Hause getragen.

Die "große" Ausstellung war an Höhepunkten so reich, dass man kaum einen herausgreifen mag, um die anderen nicht zu vernachlässigen. Das bereits erwähnte Wikingerschiff wurde mit originalen Methoden und Hilfsmitteln nachgebaut und verdeutlichte eindrucksvoll die Meisterschaft der Wikinger im Schiffsbau. Schon zu sehen, wie das Segel gewebt ist und seinen Stoff zu fühlen (das war erlaubt!), war ein Erlebnis. Weiter wurden die verschiedenen Handwerke gezeigt, Kunsthandwerk und Exportartikel wie Kämme, Tuche und Silberwaren. Anrührend war die Glocke von Haithabu, die älteste erhaltene Kirchenglocke nördlich der Alpen, die aus dem Haithabuer Hafenbecken geborgen worden war. Runensteine luden ein, einmal zu versuchen, Futhark zu entziffern. Als sich Erwachsene und Kinder am Ausgang wieder trafen, sah man den Gesichtern an, dass die großen Erwartungen mindestens erfüllt worden waren.

Zum Abschluss gingen wir in einen Biergarten am Rheinufer, wo wir tatsächlich von einer echten Lettin bedient wurden.

Frau Dr. Kerstin v. Lingen sei herzlich für ihr Engagement gedankt. Am großen Zuspruch zu ihrer Einladung mag sie ablesen, dass wir weiterhin auf ihr Organisationstalent hoffen.

Ebenfalls gedankt sei der Bezirksgruppe Baden-Württemberg dafür, dass sie die Kosten für Eintritt und Führungen übernahm.

 

Nicola Korff, Lörrach