Arbeitsfreizeit Korsika 1964

Vor 53 Jahren haben wir unter der Fuchtel von Mr. Ferrand ("vite, vite") 8 Stunden täglich bei Bastia Trauben geerntet, zwei Privilegierte (Kalle Hahn, Auwi Harpe) durften beim „Patron“ Baron Keyserlingk schuften. Wir fanden es wunderbar, inklusive Frühstückswalzer, Pamps und Baden am Strand, Rundfahrt auf dem Keyserlingkschen Transporter und stürmischer Rückfahrt nach Livorno. Daran wollten wir uns immer wieder erinnern. So trafen wir uns das erste Mal nach 20 Jahren 1984 und seither alle drei bis fünf Jahre. Dieses Mal in Höhnscheid, um nicht schon wieder, wie die bisherigen Male, Familie Hirschheydt in Würgassen zu belasten. Die Teilnahme war überwältigend, es kamen 13 "Korsen" mit Ehepartner. Alle sind wir nun an die 75 oder älter und unsere Schritte werden langsamer. Vor drei Jahren mussten wir uns von Maja Mühlendahl, geb. Cube, verabschieden, dieses Mal hat uns kurz vor unserem Treffen Ariane Foelkersam verlassen. Was macht ein Haufen alter Freizeitler, wenn sie sich wiedersehen? Immer, immer wieder werden die Fotos von damals angesehen, ach waren wir doch jung! Und wie hübsch die Damen im Bikini! Und unser "Luxusquartier", in dem außer unseren Luftmatratzen keinerlei Meublement war. Aber, comme il faut, für die Herren und Damen getrennte Hausaufgänge! Wir erzählen uns, was wir in den vergangenen Jahren erlebt haben, und womit wir nun unsere Rentnerzeit verbringen. Es gab eine schlichte Antwort: "nix", wir machen nichts! Das führte dazu, dass Frank Reuter (Mann von Tini Buxhoeveden ) uns eine Anleitung zum gepflegten Müßiggang verlas, der unsere Zustimmung fand. Was verbindet uns? Natürlich die familiäre Tradition, die getragen ist von gemeinsamen Werten und unsere jahrelange Freundschaft.

 

Eine Bitte an die Jugend: im Programm sollte stets eine Arbeitsfreizeit angeboten werde, arbeiten verbindet, manchmal sogar lebenslänglich.

 

Verena Dellingshausen