Besuch im Landesvermessungsamt

Landkarten sind heute etwas selbstverständliches, zumal einem, wenn man jemals darüber nachdenkt, klar wird, wie verhältnismäßig einfach es ist, eine Karte eines Gebietes zu erstellen. Doch wie hat das vor 200 Jahren funktioniert?

 

Dies zu lernen war uns am 26. 1. 2012 möglich, Alexandra von Below organisierte eine Führung durch das Bayerische Amt für Landesvermessung und Geoinformation.

 

Nach ersten Karten aus dem 16. Jahrhundert, waren die Zusammenlegung der Kleinstaaten und Reichsstädte zum Königreich Bayern ausschlaggebend für den damaligen Herzog Max IV. von Bayern, (später König Max I. Joseph), die Anfänge der von den Franzosen begonnenen Vermessung Bayerns fortzuführen. Antrieb war jedoch das Geld: um Grundsteuern korrekt erheben zu können, mussten sowohl die Gebiete klar abgegrenzt, als auch die Grenzen schriftlich festgehalten werden. Dazu unterteilte man Bayern in Quadrate, sogenannte Kataster. Landesvermesser reisten durch ganz Bayern und "zeichneten" die Gebiete ab. Das war erstmals wirklich exakt möglich aus zwei Gründen: zum einen verbesserte Frauenhofen zu exakt diesem Zeitpunkt in München die Optik erheblich und zum zweiten verfeinerte Reichenbach die Kreisteilung (in 360 Grad) und ermöglichte somit die exakterer Messung von Winkeln. Des Weiteren erfand, ebenfalls in München und ebenfalls zu dieser Zeit, Senefelder die Lithographie. Hierzu übertrugen die Vermesser ihre Blätter auf quadratische Steinplatten, mit denen man letztlich druckte. Diese (Flach-)drucktechnik fand deshalb so hohen Anklang, da sie zum einen um ein vielfaches billiger war als beispielsweise Kupferstiche, da das Matierial viel weniger kostete, und außerdem hatte sie den großen Vorteil, dass man bei Veränderungen in der Landschaft, diese auch auf der Druckplatte ändern konnte, ohne die ganze Platte neu malen zu müssen. Uns wurde auch noch an einer echten alten Druckmaschine, an der bis heute vereinzelt Karten gedruckt werden, ein solcher Druckvorgang vorgeführt.

 

Im Anschluss daran wurden wir noch durch das angegliederte Museum für Vermessungsgeräte geführt, in dem man die Entwicklung der Geräte sehen konnte, mit denen Bayern von 1800 bis heute vermessen wurde.

 

Christoph Campenhausen