Sorolla - Meister des Lichts

Und doch ein unbekannter Maler

Am Freitag, den 8. April 2016, durften alle, die sich schnell genug angemeldet hatten, wieder eine der begeisternden Führungen durch die Kunsthistorikerin Daniela Thiel in der Hypo Kunsthalle in München erleben.

 

Thema des Abends war der in Deutschland gänzlich unbekannte Spanische Impressionist Joaquín Sorolla y Bastida (*27. Februar 1863 in Valencia; †10. August 1923 in Cercedilla). Zu Beginn stand die schockierende Feststellung unserer sehr versierten Führung, dass nicht nur sie und keiner ihrer Kollegen Sorolla zuvor kannte, sondern dass auch nicht ein einziges seiner wunderbaren Bildern in den zahlreichen deutschen Museen ausgestellt ist. Ob Sorolla von den Deutschen als „zu leicht“ empfunden wurden? Dabei entlockte Daniela Thiel vor unseren Augen den Bildern Tiefen, die uns wohl ohne sie entgangen wären: mit kleinen abschließenden genial gesetzten Farbklecksen gab der Maler seinen Bildern eine charakteristische Lebendigkeit.

 

Die Themen zeigen neben all den leuchtend spielenden Lichteffekten im impressionistischen Stil wie im gezeigten Bild der Näherinnen eines Segels auch die Schattenseiten des Lebens. Als Kind früh verwaist hatte er dreimal großes Glück im Leben: Zum einen, nicht wie üblich im Waisenhaus sondern im Haus seiner Tante aufwachsen zu können, zum Anderen wurde sein Talent nicht nur rechtzeitig entdeckt sondern früh und umfassend gefördert. Sein größtes Glück sollte dann seine Muse, Freundin, Ehefrau und Mutter seiner drei Kinder werden.

 

Sorolla zeigte durch die französischen Impressionisten inspiriert der Welt ein neues Spanien-Bild und seine über 4000 Bilder wurden im Handumdrehen verkauft. Eine Sorolla-Ausstellung in New York sorgte trotz bitteren Winterwetters für Schlangen von über 1000 Menschen vor dem Museum. Bei so großem weltweitem Erfolg können wir uns als Deutsche entweder ganz nach unserer Art den Kopf zerbrechen, warum wir ihn noch nicht kannten oder einfach diese wunderschönen Bilder genießen!

 

Eine zweite Führung kam den Mitgliedern in Bayern entgegen, die auf der Warteliste standen und ebenso sich ebenso begeistern ließen.

 

Cordula Baronin v. der Ropp