Aus den Projekten der Stiftung

2015

Wiedereinsegnung des Sarkophags der Herzogin Sophie

 

Im Kurlandheft 22 wurde bereits über das Projekt der Restaurierung des Sarkophags berichtet. Am 2. Juli 2015 wurde der Sarkophag durch S. Em. Erzbischof Janis Vanags in der Fürstengruft des Mitauer Schlosses wiedereingesegnet.

 

Otto Baron v. Grotthuss als Projektleiter der VKS hielt folgende Ansprache, die auch in Lettisch vorlag:

 

Meine sehr verehrten Damen und Herren!

 

Zum siebenten Mal seit 2005 darf sich die Kurländische Ritterschaft durch ihre „Vereinigten Kurländischen Stiftungen“ an der Wiederherstellung eines Sarkophags der früheren Herzöge aus dem Hause Kettler hier in der Fürstengruft des Mitauer/Jelgavaer Schlosses beteiligen. Es ist uns eine Ehre!

Wir danken hier auf dem Boden der Landwirtschaftlichen Universität Lettlands Frau Rektorin Prof. Dr. Irina Pilvere für die Erhaltung der Fürstengruft und Dr. Imants Lancmanis und seiner Künstlergruppe im Schlossmuseum Ruhenthal/Rundale Pils für Ihre Ehrung gegenüber den längst verstorbenen Herzögen und damit unserer gemeinsamen Geschichte. Außer unseren Stiftungen beteiligte sich unser Mitglied Dr. Baron Nicolas v. Behr an der Co-Finanzierung.

 

Herzogin Sophie war die Gattin von Herzog Wilhelm, dem jüngsten Sohn Herzog Gotthard Kettlers, eine geborene Prinzessin von Brandenburg, ihre Mutter war eine geborene Prinzessin von Jülich-Kleve. Sie war die Mutter des späteren berühmten Herzogs Jakob, Sophies einzigem Kind. Ihr Leben war mit 28 Jahren kurz, geboren 1582, verstorben 1610, zunächst beigesetzt in Goldingen/Kuldiga, 1643 nach Mitau überführt und zusammen mit ihrem Gatten Wilhelm zu Grabe getragen.

 

Bei der Besichtigung der Herzogsgruft im Jahre 1884 konnte man noch eine reiche Ornamentik mit Gravuren und etlichen lateinischen und deutschen Inschriften auf einer abnehmbaren Platte erkennen. Auch war der Sarkophag früher an einigen Stellen vergoldet. Reste von Vergoldung waren noch vorhanden und wurden erneuert. Das Wappen ihres Vaters, des Markgrafen von Brandenburg, und ein Gurt von Akanthusgirlanden wurden jetzt wieder erkennbar zu Tage gebracht.

 

Meine verehrten Damen und Herren, ich bedanke mich auch im Namen der hier anwesenden Vorsitzenden des Verbandes der Baltischen Ritterschaften und der Vereinigten Kurländischen Stiftungen für Ihre Freundschaft!

 

Die Textilrestauratorin von Schloss Ruhenthal hat übrigens in einem Blechbehältnis im Boden des Sarkophags, das mit vermodertem Holz gefüllt war, drei Ringe der Herzogin Sophie gefunden. Zwei der Ringe sind mit Stofffäden umwickelt, weil sie, wie Dr. Lancmanis es formulierte, zu groß „für die ganz dünnen Fingerchen“ der Herzogin waren. Diese Fäden wurden mitkonserviert. EinRing mit den Buchstaben W und S war der Verlobungsring von Herzog Wilhelm und Prinzessin Sophie. Alle drei Ringe sind aus Gold, der größte mit einer Steinchenrosette aus Aquamarinen, die beiden kleineren mit Diamanten und Perlen verziert.

 

Jetzt sind die drei Ringe sind in einer Vitrine der ständigen „Ausstellung der dekorativen Kunst“ im Schlossmuseum Ruhenthal ausgestellt. Gegenüber von der Vitrine hängt ein Portrait von Herzog Wilhelm, der jetzt ständig den Ring anblickt, mit dem er im Jahre 1609 um die Hand der preußischen Prinzessin geworben hatte.

 

Erneuerung des Daches der Kirche zu Landsen/Landze, Kurland

 

Vor sechs Jahren wurde unsere Stiftung auf den erbärmlichen Zustand der kostbaren Kirche zu Landsen, drei Kilometer nördlich von Pilten, aufmerksam gemacht.

 

Die geschätzten Reparaturkosten von über 60.000 € nur für das Dach lagen jedoch außerhalb unserer Möglichkeiten und auch für eine Unterstützung aus Bundesmitteln war die Summe zu hoch.

 

Im Herbst 2015 gab es überraschend eine Wendung, als das lettische Denkmalsamt einen erheblichen Teil der Kosten bis Ende des Jahres aufbringen konnte. Unser Anteil wurde mit rund 35.000 € berechnet und von der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien (BKM) mit dem erheblichen Beitrag von 32.000 € unterstützt. Unser lettischer Partner der Landeskirche - Pastorats - konnte mit einem fachgerechten Sondereinsatz sowie in Abstimmung mit VKS, Denkmalsamt und Bauunternehmern ein sehr perfektes Ergebnis erreichen!

 

Heinrich Baron Stackelberg, Peter Baron Howen, Andreas v. Boetticher und ich haben uns im Juli 2015 vor Ort die gelungenen Baumaßnahmen angeschaut. (Mit dem Unrat auf dem Dachboden soll sich die ritterschaftliche Jugend nächstes Jahr noch beschäftigen.) Die Kirchengemeinde von Landsen und benachbarten Gemeinden feierten mit uns ein wunderschönes Kirchenfest mit vielen Dankesreden für die Unterstützung durch die deutsche Seite, Bund und VKS.

 

Das Dach aus dem 19. Jahrhundert bestand aus einer unteren Lage Holzschindeln und darüber Dachpfannen, beide marode und regendurchlässig. Das Denkmalsamt bestand auf die traditionelle Doppelschicht und übernahm die Kosten der Abdeckung und Erneuerung der Schindellage, die VKS die Kosten für die Dachpfannenschicht und die Teilerneuerung der Holzgesimse.

 

Herr Dr. Imants Lancmanis, Schlossmuseum Ruhenthal, unterstützte unseren Antrag beim Bund dankenswerter Weise mit einer kunsthistorischen Bewertung von Landsen.

 

Die erste Kirche zu Landsen war im 13. Jahrhundert erbaut worden und gehört damit zu den ältesten Gotteshäusern Lettlands. Um 1700 wurde der ursprüngliche Holzbaubau durch einen massiven Steinbau ersetzt. 1744 wurde die Kirche wiederum erneuert und erhielt 1776 einen neuen Turm durch Christoph Baron Medem aus Suhrs. Der spätere Eigentümer von Suhrs, Gustav Graf Lambsdorff, finanzierte die Innenausstattung der Kirche. Letzte Besitzer von Suhrs waren die Barone Buchholtz.

 

Die Kirche birgt den Altar und die Kanzel als Werke des berühmten kurländischen Bildhauers Nikolaus Söffrens d. J. Leider ist die geschnitzte Ausstattung mit weißer Ölfarbe bedeckt.

 

Dr. Lancmanis schreibt, es dürfe sich nicht die Situation wiederholen, die im Inventarverzeichnis von 1712 nachzulesen ist. Dort heißt es:

 

Allhie ist zu berichten, daß das Dach der Kirche sehr baufällig ist, und es allenthalben plaisierlich einregnet, welches der Kirchen zum Schaden und Untergange gerichtet, ist hohe Zeit und sehr nöhtig, das Dach zu reparieren, falls die schöne Kirche oder deren Balcken nicht verfaulen sollen.

 

Nun, es scheint, als ob es nunmehr nicht mehr plaisierlich durchregnen kann.

Otto Baron v. Grotthuss

 

2014

Erneuerung des Daches der Kirche zu Hasau/Uzava, Lettland


Wegen der erst späten Verabschiedung des Bundeshaushalts im Jahr 2014 waren die „Vereinigten Kurländischen Stiftungen“ (VKS) gezwungen, ein etwas einfacheres Projekt beim Bund (der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien – BKM) zu beantragen. Die eigentlichen Dacharbeiten an der zu den kleinsten Landkirchen Kurlands zählenden Kirche begannen erst Ende August und waren Anfang Dezember abgeschlossen.


Das hohe Walmdach mit abgeschrägten Ecken macht das turmlose Gebäude eher einem säkularen Bau – einem Speicher - als einer Kirche ähnlich. Dieses ist erklärlich, weil das zugehörige Hasau ein herzogliches Gut war. Die Herzöge wollten eine möglichst billige Lösung für die zahlreichen Bauten zur Seelsorge ihrer Bauern finden. Der frühere hölzerne Bau von 1665 ist 1783 mit Mitteln des Herzogs Peter von Kurland erstellt worden. (Gutachten Dr. Lancmanis.) Ab 1795 gehörte die Kirche der (zaristischen) “Krone“. Auch das Innere der Kirche ist schlicht. Zwischen Altar und Kanzel befindet sich eine Erinnerungstafel an den damaligen Kirchenbau mit Dank an den „Durchlauchtigsten Fürst und Herrn …“.


Zwei Wetterfahnen „Ao 1787“ und „PHC“ (Peter Herzog von Curland) wurden im Zuge unseres Projektes überarbeitet.


Die poröse gewordenen Dachpfannen wurden abgedeckt, neue Dachsparren und Dachlatten eingebaut, das freigelegte Dach zeitweise gegen Regen durch Plastikplane geschützt und neue Dachpfannen mit einander verbunden und aufgelegt.

Die ev.-luth. Kirchengemeinde ist besonders zahlreich und aktiv.

Die deutschen Kosten betrugen rd. € 42.000, von denen der Bund über das Bundesverwaltungsamt (BVA) dankenswerterweise den Hauptteil von rd. € 39.000 beisteuerte. Die VKS übernahmen € 3.000.

Sehr positiv war wieder die Zusammenarbeit mit der Immobilienabteilung „Pastorats“ der ev.-luth. Landeskirche Lettlands. Sie übernahm Pastorats Personal- und Managementkosten von rd. € 2.000.

Sarkophag Herzogin Sophie


Die Herzogin war die Ehefrau des Herzogs Wilhelm, dem Sohn von Herzog Gotthard und Vater von Herzog Jakob. Ihr Vater war Markgraf Albert Friedrich von Brandenburg und Herzog von Preußen, ihre Mutter Marie Eleonore Prinzessin von Jülich-Kleve. Herzogin Sophie lebte nur von 1582 bis 1610. Ihr Sarkophag steht seit 1643 in der Fürstengruft zu Mitau. - Seit 2013 wird der Sarkophag im Museumsschloß Ruhenthal restauriert. VKS und Baron Nicolas v. Behr teilen sich den Beitrag in Höhe von € 2.500. Als Datum für die Wiedereinweihung der Herzogin in ihrem Sarkophag ist mit Dr. Lancmanis der 2. Juli 2015 festgelegt. Die Kurländische Ritterschaft wird, wie bisher immer, dort vertreten sein. Es ist der siebente Sarkophag, der mit Beteiligung der Vereinigten Kurländischen Stiftungen restauriert worden ist.

2013

Das Kirchlein stabilisiert und blitzsauber
Das Kirchlein stabilisiert und blitzsauber

Erneuerung der Wände und Befestigung des Fundaments der Kirche zu Kruthen

 

Über die Geschichte und den Zustand der Kirche wurde bereits 2012 für das Dachprojekt berichtet, ebenso über Herzogin Anna und die Restaurierung ihres Sarkophags. Siehe dort.

 

Das zweite Projekt, Kruthen II, galt den morschen Nordwänden und der Festigung des Fundaments. Wichtig war bei dem Projekt Kruthen II u. a. die Drainage mit Ableitung des Regenwassers aus dem Grundstück sowie die Änderung des Gefälles vom Fundament weg.

 

Eines Tages wird die alte Polychromie der geweißten Kanzel hoffentlich wieder hergestellt werden.

Das Projekt Kruthen II kostete € 44.230, von denen der Bund sich großzügig mit über 90% im Rahmen der Erhaltung ehemaligen deutschen Kulturgutes beteiligte.

Drainage I
Drainage I
Drainage II
Drainage II
Die Krypta
Die Krypta

Die „Krypta“ als Teil des Fundaments im Zerfall und nach Befestigung.

Von links: Verbandspräsident Baron Götz v. der Ropp, Restauratorin Frau Kelere, Ing. Edgars Bukavs von „Pastorats“.

Die Kanzel in Kruthen
Die Kanzel in Kruthen

Sarkophag der Herzogin Anna von Kurland

 

Die Herzogin in ihrem restaurierten Sarkophag wurde im Oktober 2013 durch S. Em. Erzbischof Janis Vanags wiedereingeweiht. Es war der sechste Sarkophag, den die Kurländischen Stiftungen dank zweier großherziger Sponsoren restaurieren durften.

 

2012

Kirche zu Kruthen
Kirche zu Kruthen

Dacherneuerung der Kirche zu Kruthen

 

Die Kirche im Kreise Grobin wurde 1594 als Holzbau von Herrmann v. Buttlar erbaut und von Heinrich v. Buttlar 1642 durch einen ebenfalls hölzernen Neubau ersetzt, der bis heute erhalten blieb. 1878 wurde ein Turm aus Ziegelsteinen angebaut. Die Verkleidung der Außenwände mit Brettern zwischen den beiden Weltkriegen hat das ursprüngliche Aussehen verändert.

Die Innenausstattung, Kanzel und Altar aus dem 17. Jahrhundert, gilt als seltenes Beispiel der Holzschnitzereikunst Kurlands. Die Polychromie verbirgt sich z. Zt. noch unter dem weißen Anstrich.
Die Innenausstattung, Kanzel und Altar aus dem 17. Jahrhundert, gilt als seltenes Beispiel der Holzschnitzereikunst Kurlands. Die Polychromie verbirgt sich z. Zt. noch unter dem weißen Anstrich.

Das Dach des dreiteiligen Kirchenschiffs mit Sakristei zeigte sich seit Jahren als ein wasserdurchlässiges, marodes Bauelement. Das Kircheninnere wurde dadurch extrem geschädigt. – Der Pfarrer der Kirche und Dekan der Trinitatiskirche zu Libau, erbat 2009 von den „Vereinigten Kurländischen Stiftungen“ (VKS) die Erneuerung des Daches, des Dachstuhls und anderer zerstörter Elemente.

Erst 2012 konnten die VKS mit massiver finanzieller Hilfe des Bundes und Spenden und in erneuter enger Zusammenarbeit mit der Immobilienabteilung des Konsistoriums, „Pastorats“, der Bitte nachkommen.

Durch innerlettische Auflagen konnte man erst im Oktober mit den eigentlichen Bauarbeiten beginnen, die bis tief in den Winter andauerten.

Der Familienverband der deutschen Buttlar und französischen Boutler (Linie Kruthen) gab gesondert die Restaurierung zweier, in der Krypta gefundener, Gusseisen-Grabkreuze ihrer Familie über die VKS in Auftrag.

Sarkophag Herzogin Anna

 

Als fünfter Sarkophag wird mit Beteiligung der VKS im Schlossmuseum Ruhenthal der Sarkophag der Herzogin Anna, 1533 – 1602, Ehefrau von Herzog Gotthard aus dem Hause Kettler und geborene Prinzessin von Mecklenburg, restauriert. Diese Reparatur eines an sich nicht besonders schmuckvollen Sarkophags nimmt ungewöhnlich viel Zeit in Anspruch, weil er 1934 primitiv zusammengelötet wurde. Bei der Entfernung der aufgelöteten Zinn- und Bleiteile begann eine Deformation der Flachteile, so passt der Deckel nicht mehr auf den unteren Corpus. Nur mit einer extrem langsamen Dehnung kann man das bruchige Zinnmaterial behandeln, ohne daß es platzt.– Die Restaurierung wird voraussichtlich im Spätherbst 2013 beendet.

Drittmittel-Projekte für die Pflege von Kulturwerten

 

Angeregt durch eine Mitarbeiterin des Lettischen Denkmalamtes und finanziert durch den Hahnschen Familienverband wurde das große steinerne Grabkreuz der Postendschen Constanzia v. Hahn, gest. 1830, verwitwete v. Brunnow, geb. v. Denffer, befestigt und fachmännisch gereinigt.

 

Es ist das dritte gerettete deutsche Grabmahl auf dem Spahrschen Friedhof.

2011

Der Dachstuhl
Der Dachstuhl

Sanierung der Kirche Priedula zu Waddax

 

Die Kirche Priedula wurde vor 1591 gebaut und dürfte in etwa der heutige Bau mit eingesetzten Feldsteinen sein Damit ist sie eine der ältesten Kirchen in Kurland und vertritt den „traditionellen lokalen Bautyp, der noch aus dem Mittelalter stammt“ (Dr. I. Lancmanis).

Die Kirche gehörte von 1593 bis 1920 – das waren 13 Generationen – der Patronatsfamilie Barone v. Bistram aus Waddax, die die Vereinigten Kurländischen Stiftungen (VKS) auf den maroden Zustand der Kirche aufmerksam machte.

Das Dach von Turm, Kirchenschiff und der Sakristei wurde vollständig erneuert, das Dachstuhlgebälk intensiv repariert, einige Sicherungen im Inneren und die Übermalung des regengeschädigten Innenraums sowie die Montage eines Blitzableiters vorgenommen.

Die Bundesrepublik stellte den VKS erhebliche Mittel im Wege einer „Fehlbedarfsfinanzierung“ zur Verfügung und die Barone Bistram trugen ebenfalls kräftig dazu bei. Die lettische Kirchengemeinde stellte selbst Materialien der Dacherneuerung zur Verfügung und Dritte nahmen den sichtbaren Arbeitsfortschritt zum Anlass, weitere Mittel zuzusteuern, z. B. zur Weißung der Kirche außen.

Das Konsistorium der Ev.-luth. Kirche Lettlands übernahm als Partner der VKS erstmalig durch ihre Immobilienabteilung „Pastorats GmbH“ das professionelle Management von Planung und Bau vor Ort. Diese höchst erfolgreiche Zusammenarbeit wurde inzwischen auch vertraglich für die Zukunft befestigt.

Die Kirche Priedula zu Waddax
Die Kirche Priedula zu Waddax

Restaurierung Sarkophag Herzog Gotthard

 

Zum fünften Male durften die Kurländische Ritterschaft und die Vereinigten Kurländischen Stiftungen (VKS) die Wiedereinweihung durch S. Em. Erzbischof Janis Vanags eines Kettlerschen Sarkophags in der Fürstengruft des Mitauer Schlosses feierlich begleiten. Mit dem Sarkophag von Herzog Gotthard von Kurland wurde erneut ein wichtiges Stück lettischer und deutscher Kultur durch Dr. Lancmanis und seine Künstlergruppe aus Ruhenthal - unter finanzieller Beteiligung der VKS dank großherziger Spenden - wieder hergestellt.

Herzog Gotthard lebte von 1517 bis 1587, war der letzte Ordensmeister und seit 1562 Vasall des polnischen Königs als Herzog von Kurland und Semgallen.

Die Feier orientierte sich zeitlich an der vor 450 Jahren stattgefundenen Unterzeichnung der polnisch-kurländischen Fundamentalgesetze „Pacta Subiectionis“ und „Privilegium Sigismundi Augusti“. Die Feier fand ein ungewöhnlich lebhaftes Interesse der Stadt Jelgava/Mitau und der Medien.

Drittmittel-Projekte für die Pflege von Kulturwerten

 

Der Familienverein der Freiherrn und Barone v. der Recke und der Grafen v. der Recke v. Volmerstein beauftragte die VKS, zwei geweißte Retabeln aus der ehemals Reckeschen Kirche zu Neuenburg in die ursprünglich polychrome Verfassung zu bringen. Die VKS übernahmen den Auftrag, der in ihren Stiftungszweck „Pflege von Kulturwerten“ passte. Die beiden Projekte wurden auf Kosten des Familienvereins durch lettische Kunsthandwerker umgesetzt. Die beiden bearbeiteten Retabeln zeigen: oben „Gethsemane“, unten „Abendmahl“.

 

Dr. Peter v. Tiling finanzierte mit eigenen Mitteln über die VKS und deren Management die Sicherung zweier Grabmale auf dem Friedhof von Spahren (bei Talsen). Es handelte sich um den früheren Besitzer des Gutes Spahren, Friedrich Carl Philipp v. Brunnow, gest. 1803 (rechts) und Wilhelm Alexander v. Philips, gest. 1812 (links).

Die Arbeiten wurden durch zwei lettische Fachkräfte professionell durchgeführt, nachdem das Denkmalsamt in Riga sowie die örtlichen Gemeindestellen ihre Zustimmung gegeben hatten.

Dr. v. Tiling schrieb für unser Kurlandheft: „So können die Grabmale dort auf dem bemerkenswert schönen und gut betreuten Friedhof hoffentlich noch lange stehen. Sie sollen von der nun weit in der Vergangenheit liegenden deutschen Anwesenheit in Kurland zeugen.“

2010

Restaurierung Sarkophag Herzog Jakob

 

Herzog Jakob ist wohl der bekannteste und auch in Lettland beliebteste Fürst aus dem Hause Kettler. Er lebte von 1610 bis 1681. Man erinnert sich in Lettland namentlich seiner merkantilistischen Bemühungen, u. a. auf der Antilleninsel Tobago eine kurländische Kolonie zu begründen und im westafrikanischen Gambia eine Handelsstation zu betreiben.

Die Kurländische Ritterschaft beteiligte sich durch ihre Vereinigten Kurländischen Stiftungen an der Restaurierung des Sarkophags von Herzog Jakob durch das Schlossmuseum Ruhenthal.

Die Wiedereinweihung durch Erzbischof J.Vanags fand am 28. Oktober 2010 in Mitau statt, dem 400sten Geburtstag des Herzogs. Eine kleine Delegation unserer Ritterschaft nahm an den Feierlichkeiten statt und wurde lettischerseits sehr freundlich in die überwiegend historisch ausgerichteten Festlichkeiten eingebunden.

Trinitatiskathedrale zu Libau, drittes Orgelprojekt, „Windsysteme“

 

Ein guter Wind ist die Voraussetzung für den Orgelklang. Deshalb war die Funktion der Windanlage eine vordringliche Aufgabe: Zwei neue Gebläse, zwei Ventilatoren, neue Windkanäle und viele andere konzeptionelle und bauliche Maßnahmen wurden vom Orgelbaumeister

J. Kalnins professionell durchgeführt und im Oktober 2010 international und von unserer Stiftung unter einem „Mediensturm“ abgenommen. Eine traditionelle Messingtafel (Bild) erinnert an die drei Orgelprojekte seit 2008. Das andere Bild zeigt einen der durch Belederung erneuerten Bälge. - Das Projekt wurde ausnahmsweise voll durch die Bundesrepublik Deutschland finanziert, wofür wir sehr dankbar sind.

Einer der neuen Bälge der Orgel
Einer der neuen Bälge der Orgel

2009

Sarkophag der Herzogin Sophie Amelie Kettler
Sarkophag der Herzogin Sophie Amelie Kettler

Restauration Sarkophag Herzog Ferdinand


Am 27. 6. 2009 findet zum dritten Mal eine Feierstunde in der Fürstengruft des Mitauer Schlosses statt: Die Einweihung des in diesem Jahr restaurierten Sarkophags des letzten Kettlerfürsten, Herzog Ferdinand. Er starb 1737 mit 81 Jahren in Danzig.
Unsere Stiftung hatte erneut die Freude, ihren Kostenanteil durch zwei großherzige Spender, den sagenumwobenen „Freund der Kurländischen Ritterschaft“ sowie Baron Nicolas v. Behr, überreicht bekommen zu haben.
Abhängig von weitere Spenden könnte die Reparatur von Sarkophagen der Kettlers weitergehen. Die drei schwierigsten und damit finanziell und zeitlich aufwendigsten Arbeiten sind inzwischen geschafft.

Der Spieltisch der Orgel
Der Spieltisch der Orgel

Trinitatiskathedrale zu Libau, zweites Projekt


Nach dem Orgelprojekt des vorigen Jahres, wird 2009 ein zweites, zentrales Vorhaben durch unsere Stiftung unterstützt. Das Herzstück der Orgel wird repariert: der Spieltisch und die spielunterstützende Barkermaschine. Beide Teile sind verständlicherweise durch das Bespielen am stärksten belastet und bedürfen einer intensiven Pflege und Erneuerung.
Wieder wäre dieses Projekt ohne die entscheidende Stützung durch die Bundesrepublik Deutschland und eine kräftige Spende der Stiftung der Baltischen Ritterschaften nicht zustande gekommen. Unser effizienter Partner, die lettische Stiftung zur Erhaltung der Kathedrale, wird den künstlerischen Teil der Bemalung der sensiblen 131 Registerköpfe übernehmen.

Die Orgel der Trinitatiskathedrale zu Libau
Die Orgel der Trinitatiskathedrale zu Libau

2008

Trinitatiskathedrale zu Libau, erstes Projekt

 

Begasung des Kirchenraumes (rd. 12.000 cbm) gegen den Holzwurm „Gemeiner Nagekäfer“ (Anobium punctatum), durch die deutsche Spezialfirma für Holzschutz, „BioTec“ aus Wilhelmshaven (nach Ausschreibung in Lettland) im Rahmen eines umfangreichen Pflege- und Reparaturprogramms der größten mechanischen Orgel der Welt. Unsere Stiftung wurde schwesterlich durch die Stiftung der Baltischen Ritterschaften und besonders wirkungsvoll durch die Bundesrepublik Deutschland finanziell unterstützt.
Das Foto zeigt die Kathedrale und die aufwendige Objektabdichtung.

Die Trinitatiskathedrale zu Libau
Die Trinitatiskathedrale zu Libau
Sarkophag der Herzogin Sophie Amelie Kettler
Sarkophag der Herzogin Sophie Amelie Kettler

Einsegnung von Herzogin Sophie Amelie

 

Ein Höhepunkt für die Kurländerreisegruppe 2008 war die Begleitung der feierlichen Einsegnung der kurländischen Herzogin Sophie Amelie durch S. Em. Erzbischof Vanags in ihrem restaurierten Sarkophag am 29. 6. 2008 in der Fürstengruft der Mitauer Schlosses. Sie war die erste Frau von Herzog Friedrich Casimir und starb im Jahre 1688. Die dreijährige Restaurierung des außerordentlich kunstvollen Sarkophags durch lettische Kunsthandwerker war ein Meisterstück. Wieder konnte unsere Stiftung dank Spenden unseres „Freundes der Kurländischen Ritterschaft“ den externen Anteil der Kosten übernehmen.

2007

Einweihung des Mahnmals auf dem Bergfriedhof in Tuckum durch Erzbischof Janis Vanags.
Einweihung des Mahnmals auf dem Bergfriedhof in Tuckum durch Erzbischof Janis Vanags.
Erneuerung des Daches der Kirche zu Nurmhusen, Abschluß August 2007.
Erneuerung des Daches der Kirche zu Nurmhusen, Abschluß August 2007.

Fortsetzung der Restauration des Sarkophags der Herzogin Sophie Amelie Kettler.

2006

  • Beginn der Restauration des Sarkophags der Herzogin Sophie Amelie Kettler, gest. 1688, dank einer Startspende.
  • Wiederrichtung des Mahnmals für 18 ermordete, ältere Kurländer im Jahre 1919 auf dem Bergfriedhof in Tuckum. Foto: Auswahl des Findlings, in welchen eine schwarze Marmorplatte mit den Aufschriften eingefügt wird.
  • Entgegennahme der Arbeit von Baron Ernst Dietrich v. Mirbach über „Die Amtsträger der Kurländischen Ritterschaft 1920 bis 2006“ in vier umfangreichen Ordnern; Digitalisierung und Verbreitung durch die Stiftung.
  • Publikation des Heftes 13 der Reihe KURLAND.

2005

Abschluß der Reparatur der Kirche zu Sassmacken
Abschluß der Reparatur der Kirche zu Sassmacken
Abschluß der Erneuerung des Hauptdaches der Kirche zu Durben
Abschluß der Erneuerung des Hauptdaches der Kirche zu Durben
Einsegnung von Herzog Wilhelm in seinem restaurierten Sarkophag in der Fürstengruft zu Mitau
Einsegnung von Herzog Wilhelm in seinem restaurierten Sarkophag in der Fürstengruft zu Mitau

Feierlicher Abschluss der drei abgeschlossenen Projekte, Sassmacken, Durben, Sarkophag Herzog Wilhelm. Als Erinnerung an die Kooperation werden sichtbar Messingschilder angebracht, wie z. B. in der Kirche zu Durben.

2004

  • Beginn der Restaurationsarbeiten an der Außenfront der Kirche zu Sassmacken aus dem Jahre 1646 (Foto). Ein Projekt mit 3 Stufen über 2 Jahre.
  • Beginn der Arbeiten am Hauptdach der Kirche zu Durben (Foto), wo die Stiftung im Jahr 2003 zur Erneuerung des Turmdachs beitrug.
  • Restauration des Sarkophags von Herzog Wilhelm Kettler, gestorben 1640. Eine Kooperation über 2 Jahre mit Dr. I. Lancmanis, Schlossmuseum Ruhenthal, dank einer großherzigen Spende.
  • Unterstützung der Erweiterung der gütergeschichtlichen Schriftenreihe des Schlossmuseums Ruhenthal: Güter Schönberg und Jungfernhof.
  • Publikation des Heftes 12 der Reihe KURLAND.
  • Erstausgabe der Genealogien von 10 kurländisch-ritterschaftlichen Geschlechtern als Sonderband der KURLAND-Reihe.
Arbeiten am Hauptdach der Kirche zu Durben
Arbeiten am Hauptdach der Kirche zu Durben

2003

  • Abschluß der Arbeiten am Dach der Kirche von Neuhausen/Valtaiki
  • Erneuerung des Turmdaches der Kirche zu Durben/Durbe, gemeinsam mit der Familie v. Bordelius
  • Unterstützung der Heraldikausstellung auf Schloß Ruhenthal, Lettland durch archivalische Leihgaben
  • Erweiterung der gütergeschichtlichen Schriftenreihe des Schloßmuseums Ruhenthal (Güter Schwitten und Groß-Bersteln)
  • Herstellung einer steinernen Gedenktafel an Herzog Jakob Kettler für die Hl. Katharinenkirche zu Goldingen mit Hilfe einer externen Spende
  • Publikation des Heftes 11 der Reihe KURLAND
  • Ausstattung einer Vitrine auf Schloß Höhnscheid mit überwiegend kurländischen Sammlerstücken aus einer Schenkung von Baron Ernst Dietrich v. Mirbach sowie Aufbereitung eines Wappens von Herzog Wilhelm Kettler, welches der Ritterschaft von Dr. Imants Lancmanis, Ruhenthal, zur Verschönerung von Höhnscheid geschenkt wurde.
Die Kirche von Neuhausen
Die Kirche von Neuhausen

2002

Kirche von Neuhausen
Kirche von Neuhausen
  • Sanierung des Kirchendaches von Alt-Born
  • Renovierung der Sakristei und Erneuerung des Daches der Kirche von Neuhausen/Valtaiki mit finanzieller Unterstützung durch die 'Gemeinnützige Hertie-Stiftung', die Bundesrepublik Deutschland und die Barone v. Manteuffel-Szoege
  • Erweiterung der gütergeschichtlichen Schriftenreihe des Schloßmuseums Ruhenthal
  • Finanzielle Unterstützung der psychoneurologischen Klinik 'Tabor' in Mitau
  • Stipendium für eine wissenschaftliche Arbeit zur Geschichte Kurlands
  • Genealogische Forschungsarbeit über kurländische Familien
  • Auswertung neuer polnischer Quellen zur Geschichte kurländischer Familien
  • Publikation des 10. Heftes der Reihe 'Kurland'

2001

Die Landkirche Ilmajen erhielt einen neuen Fussboden für DM 10.000. Die Kosten teilten sich hälftig einerseits die Familien Graubner und v. Bordelius und andererseits die Stiftung.
Die Landkirche Ilmajen erhielt einen neuen Fussboden für DM 10.000. Die Kosten teilten sich hälftig einerseits die Familien Graubner und v. Bordelius und andererseits die Stiftung.
  • Publikation 'Garrosen und Lambertshof' des Schloßmuseums Ruhenthal
  • Fußbodenerneuerung der Kirche Ilmajen in Kurland
  • Fertigstellung der Erneuerung von Fenstern und Türen der Kirche von Stenden in Kurland
  • Zuschuß zu einem Fonds zur Unterstützung alter Pastoren aus Kurland
  • Herausgabe der Memoiren von Graf Paul v. der Pahlen
  • Finanzierung von genealogischer Forschungsarbeit über kurländische Familien unter Berücksichtigung neuer polnischer Quellen
  • Publikation des 9. Heftes der Reihe 'Kurland'