Aus den Projekten der Stiftung

2025

Ruhenthal

 

Die Restaurierungsarbeiten an den Sarkophagen sind in diesem Jahr beendet worden. Damit sind alle Särge aus der Gruft im Mitauer (Jelgava) Schloss in den letzten 20 Jahren restauriert worden. Die Stiftung hat sich im Laufe der Jahre mit 50.000 an den Kosten beteiligt.

Am 3. Juli werden die letzten Särge im Rahmen einer Feierstunde wieder eingesegnet und damit das Projekt auch offiziell abgeschlossen.

Kindersarkophage (alle Fotos Andreas Baron v. Mirbach)

Kirche in Lesten

 

In der Kirche in Lesten (Lestene) fördern wir seit einigen Jahren die Restaurierung und Neuanfertigung von Altarfiguren. Über die Figuren wurde im Kurlandheft Nr. 30 berichtet. In diesem Jahr ist der Apostel Johannes neu geschnitzt worden. Wie im letzten Jahr berichtet, hat ein lettischer Bildhauer eine Vorlage aus Kunststoff angefertigt, die den Schülern der Rigaer Restauratorenschule als Vorlage diente. Mittlerweile ist die Figur fertig und neu gefasst in den Altar eingebaut worden.

Die Kirche in Lesten, links der Apostel Johannes, rechts Einsetzen der Figur in den Altar

Kirche in Wahnen

 

In Wahnen (Vane) ist der der letzte Bauabschnitt beendet. Neben der VKS beteiligten sich der Bundesbeauftragte für Kultur und Medien sowie die lettische Kirche an dem Projekt. Nach vier Bauabschnitten ist nun endlich das Dach komplett neu eingedeckt. Die Arbeiten hatten sich verzögert, weil sich bei der Öffnung des Daches größere Schäden gezeigt haben, die einen weiteren Bauabschnitt erforderlich machten.

Die Kirche in Wahnen mit neuem Dach

Bevor weitere Arbeiten beginnen können, muss ein Gutachter die in der Kirche noch vorhandenen Malereien untersuchen und dokumentieren. Erst danach darf im Inneren der Kirche weiter restauriert werden. Dringlich wäre die Überarbeitung der Elektrik.

Groß-Essern

 

In Groß-Essern (Lielezere) ist die VKS nicht mit eigenen Mitteln engagiert, hat aber mit Rat und Tat geholfen. Die Kirche ist weitgehend saniert. Dach und Regenrinnen erfüllen ihren Zweck und im Inneren ist der schadhafte Putz ausgebessert und es stehen Bänke zur Verfügung. Die örtliche Gemeinde wird die Kirche für Hochzeiten und Beerdigungen nutzen. Anfang Juli hatte Familie Nolcken zur Einweihung nach Essern eingeladen und 25 Personen haben sich auf den Weg gemacht, um an einer sehr feierlichen Veranstaltung teilzunehmen. Am Schluss wurde an den Gräbern der 1919 anonym begrabenen Offiziere der Landeswehr, Graf Reutern Baron Nolcken und Baron Manteuffel, ein Gebet gesprochen. In der Kirche wurden zwei Erinnerungstafeln angebracht.

Die Kapelle in Groß-Essern (Lielezere) mit Familie Nolcken und Gästen .Links: die neu angebrachten Gedenktafeln für Michael Graf v. Reutern Baron v. Nolcken und Hans Baron v. Manteuffel gen. Szoege, die auf dem Friedhof von Groß-Essern begraben liegen (siehe dazu Kurlandhefte Nr. 29 und 30).  

Preekuln

 

Die Kirche in Preekuln (Priekule) ist im Krieg zerstört worden und in der Sowjetzeit weiter verfallen. Kurz nach der Wende hat die Gemeinde die Kirche mit eigenen Mitteln wieder aufgebaut. Leider wurden dabei Blechschindeln in schlechter Qualität aus der Sowjetzeit verwendet. Wasser dringt in den Dachstuhl ein, hat aber noch keinen Schaden angerichtet. Daher mussten nur die Schindeln ausgetauscht werden und in relativ kurzer Zeit war das Dach neu gedeckt und strahlt nun in wunderbarem Rot.

Die Kirche in Preekuln (Priekule), in der Mitte das Dach aus Blechschindeln, rechts das Kirchenschiff

Erfreulich ist, dass es auch hier eine sehr engagierte und verhältnismäßig große Gemeinde gibt. Die lettische Kirche, Privatpersonen und die VKS haben die Kosten getragen.

Spahren

 

In Spahren (Spare) ist die VKS schon sehr lange engagiert. Die Kanzel, der Altar und am Ende ein neues Dach sind die Meilensteine der letzten Jahre. Von der Gemeinde wurde die Sakristei und der Verbindungsgang zur Kirche erneuert. Als nächstes stehen die Fenster an. Die hohen Kosten einer denkmalschutzgerechten Restaurierung der Fenster zwingen zu vielen Etappen. Glücklicherweise konnte unser diesjähriges Budget um die Spende einer Privatperson erheblich aufgestockt werden.

Die Kirche in Spahren (Spare), rechts die renovierte Sakristei

Puhren

 

Eine Schweizer Kirchengemeinde hat ihre alte Orgel der Gemeinde in Puhren (Pure) geschenkt und den Transport bezahlt. Die VKS hat die Kosten für den Aufbau und Inbetriebnahme übernommen. Mittlerweile ist die Orgel wieder funktionsfähig.

Museum Groß-Würzau

 

Das Museum in Groß-Würzau (Lielvircava) ist weit über Kurland hinaus bekannt, auch dank der guten Öffentlichkeitsarbeit des Direktors in den sozialen Medien. Durch die großzügige Leihgabe der Familie von Peter Baron v. Klopmann konnte das ehemalige Gutshaus fast komplett im alten Stil eingerichtet werden und es sind eben nicht nur Möbel zu sehen, sondern mit edlem Porzellan und Silber gedeckte Tische. Zusammen mit den sehr geschmackvoll ausgewählten Wandfarben ist ein herausragendes Museum entstanden.

 

Von dem Museum ist ein reich bebilderter Katalog über die Ausstellung herausgegeben worden. Die Beschreibung war bisher nur in lettischer Sprache verfügbar. So haben wir uns in der Stiftung entschlossen, eine zweite Version in deutscher Sprache zu fördern. Diese ist bereits gedruckt und für Interessenten über die Stiftung erhältlich.

Paläographie- und Deutschkurse

 

Seit einigen Jahren veranstalten wir Paläographiekurse für lettische Historiker und Archivare. Nachdem fast alle Dokumente, die vor 1920 entstanden, auf Deutsch sind, müssen die Historiker nicht nur der deutschen Sprache mächtig sein, sondern auch die alten Schriften entziffern können. 

 

Deutschkurse werden vom Goetheinstitut angeboten, die wir seit vielen Jahren bezuschussen. Die zweite Stufe ist nun das Lesen der alten Schriften zu lernen, deren Stil sich im Laufe der Zeit mehrfach gewandelt hat. 

 

Die Kurse sind in zwei Klassen aufgeteilt – für Anfänger und Fortgeschrittene und werden per Zoom von einem Mitglied des Stiftungsrates wöchentlich durchgeführt. In diesem Jahr haben sich über 100 Personen angemeldet.